Warum geht meine Wunde nicht zu? Wenn das Wundbett in der Entzündungsphase feststeckt

Viele Patienten stellen uns in der Ordination die verzweifelte Frage: „Ich verbinde die Wunde jeden Tag ganz brav – aber warum geht sie einfach nicht zu?“
Das Phänomen der „eingefrorenen Wunde“
Bei chronischen Wunden gerät das biochemische Gleichgewicht außer Kontrolle. Die Wunde bleibt in der ersten Phase – der Entzündungsphase – stecken. Im Wundsekret befinden sich zu viele aggressive Entzündungsenzyme, sogenannte **Matrix-Metalloproteinasen (MMP)**.
Diese Enzyme haben eigentlich die Aufgabe, abgestorbenes Gewebe abzubauen. Bei chronischen Wunden bauen sie jedoch das neu gebildete, gesunde Kollagen sofort wieder ab, bevor sich die Wunde schließen kann.
Verhärtete und eingerollte Wundränder
Damit eine Wunde zugeht, müssen neue Hautzellen von den Rändern aufeinander zuwandern. Wenn die Wundränder verhärtet (hyperkeratotisch), unterminiert oder nach innen eingerollt sind, stoßen die Zellen auf eine Barriere und stellen das Wachstum ein. Ein Wundexperte muss diese Ränder sanft anfrischen, um das Signal zur Zellteilung neu zu aktivieren.
Gewebestau und Ödeme blockieren Kapillaren
Schwellungen im Bein drücken die winzigen Haargefäße (Kapillaren) ab. Ohne Blutfluss gibt es keine Nährstoffe. Erst wenn durch medizinische Kompression das überschüssige Wasser abtransportiert wird, kann sich die Wunde zusammenziehen.
Wie moderne Wundtherapien den Stillstand durchbrechen
Mit innovativen Methoden wie **Kaltplasma-Therapie** (Inaktivierung von Keimen und Anregung der Mikrozirkulation) oder **Low-Level-Lasertherapie** unterstützen wir den zellulären Energiestoffwechsel (ATP-Synthese). Die Wunde wird angeregt, die Stagnation zu überwinden und in die Regenerationsphase überzugehen.
Brauchen Sie Hilfe bei einer konkreten Wunde?
Wir beraten Sie persönlich in unseren Ordinationen in Graz und Gleisdorf oder kommen mobil zu Ihnen nach Hause.