Warum reicht ein Pflaster bei chronischen Wunden nicht aus?

Das klassische Heftpflaster aus der Drogerie hat seinen festen Platz bei kleinen Schnitt- und Schürfwunden im Alltag. Bei chronischen Wunden, Wundliegen oder einem offenen Bein ist ein normales Pflaster jedoch völlig ungeeignet und oft sogar gefährlich.
1. Pflaster können Wundsekret nicht managen
Chronische Wunden sondern oft große Mengen an Wundwasser (Exsudat) ab, das reich an zerstörerischen Entzündungsenzymen und Bakterien ist. Die dünne Vliesschicht eines Pflasters ist nach wenigen Minuten vollgesaugt. Das Sekret staut sich auf der umliegenden Haut und weicht diese auf – die Wunde wird immer größer.
2. Pflaster kleben fest und zerstören Granulationsgewebe
Trocknet das Sekret im Pflaster ein, verbackt das Vlies mit den zarten, frisch gewachsenen Gefäßknospen am Wundgrund. Beim Abziehen des Pflasters wird die neu aufgebaute Zellschicht gewaltsam herausgerissen. Das verursacht nicht nur starke Schmerzen, sondern wirft die Wundheilung jedes Mal um Tage zurück.
3. Pflaster bieten keinen thermischen Schutz
Zellen teilen sich am besten bei einer konstanten Körperkerntemperatur von ca. 36 bis 37 °C. Sinkt die Temperatur im Wundbett ab, stoppt die Zellteilung für mehrere Stunden. Normale Pflaster isolieren nicht gegen Kälte.
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