Wundliegen bei bettlägerigen Eltern: Erste Anzeichen erkennen und richtig handeln

Wenn Eltern nach einem Schlaganfall, einer Oberschenkelhalsfraktur oder bei fortschreitender Demenz viele Stunden im Bett oder Sessel verbringen, droht eine der schmerzhaftesten Pflegekomplikationen: das Wundliegen (Dekubitus).
Wie entsteht ein Druckgeschwür?
Das körpereigene Gewicht drückt das Gewebe zwischen Knochen (z. B. Kreuzbein, Fersen, Sitzbeinhöcker) und Matratze zusammen. Die feinen Blutgefäße werden abgeklemmt – die Haut wird nicht mehr mit Sauerstoff versorgt. Bereits nach zwei bis drei Stunden ununterbrochenem Druck sterben erste Muskel- und Hautschichten ab.
Der Fingertest: So erkennen Sie Grad 1
Achten Sie beim Umziehen oder Waschen auf gerötete Hautstellen. Machen Sie den einfachen Fingertest:
Sofortmaßnahmen für Angehörige
1. **Druck sofort entfernen:** Lagern Sie den Betroffenen mit Weichlagerungskissen um (z. B. 30-Grad-Schräglage). Niemals direkt auf der geröteten Stelle liegen lassen.
2. **Keine Franzbranntweine oder Massagen:** Früher empfohlene Massagen zerstören das ohnehin geschädigte Gewebe noch weiter.
3. **Wundmanagerin kontaktieren:** Bei offenen Blasen oder Hautdefekten ist eine professionelle Wundbeurteilung und Einleitung einer Spezialtherapie (z. B. Kaltplasma) unerlässlich.
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